Module 6: Recherche und Auswertung großer heterogener beweisrelevanter digitaler Daten

Problemlage:

Beweiserhebliche Daten und Informationen liegen bereits heute in den meisten Strafverfahren in digitaler Form vor. Zum einen werden die in analogen Zeiten in Form von Beweismittelordnern zur Verfügung gestellten Ermittlungsergebnisse digitalisiert; zum anderen werden originär digitale Daten, wie sie von elektronischen Datenträgern im Rahmen von Ermittlungen erfasst werden bzw. von Smartphone-, TKÜ- und Funkzellendaten-Erfassungen stammen, bereits in elektronischer Form in den Beweismittelbestand aufgenommen.

Mit der Einführung der elektronischen Akte und der Herstellung eines medienbruchfreien Verarbeitungsprozesses digitaler Beweise von der Erfassung durch die Ermittlungsbehörden bis zum Urteil, wird sich dieser Trend der Digitalisierung der Beweismittelverarbeitung unaufhaltsam fortsetzen – unbeschadet des Streites, welcher Teil der erfassten digitalen Daten als Aktenbestandteil zu bewerten ist.

Was ist aus Verteidigersicht zu tun?

Die Beherrschung dieser großen beweiserheblichen Datenmengen durch die Verteidigung stellt eine große Herausforderung dar. So gilt es unterschiedlichste Datenformate effektiv und mit Blick auf die Anklagetheorie sinnvoll im Zusammenhang aufzubereiten, relevante von irrelevanten Inhalten zu trennen und analytische Fragestellungen quellenübergreifend auszuwerten.

Welchen Erkenntnisgewinn bietet das Modul für die Strafverteidigung?

Nach Absolvieren des Moduls 6 werden die Teilnehmer*innen einen Überblick über die Methoden digitalen Informationsmanagements für beweiserhebliche Massendaten besitzen und zeitlich effektive Möglichkeiten eigenständiger Datenaufbereitung kennen, die in der eigenen Praxis unmittelbar angewendet werden können.

Kursangebot:

Das Modul vermittelt zunächst einfache methodisch-analytische Grundlagen für die Aufbereitung digitaler Massendaten als Beweismittel, stellt dann die für die eigene Auswertung in Abhängigkeit vom Umfang der Massendaten erforderliche Hard- und Software vor, beschreibt im weiteren die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit Hard- und Software (einschließlich fallbezogene Demonstrationen) und bietet schließlich eine Einführung in cloudbasierte Anwendungen aus der IT-Wirtschaft (auch zu datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen) zur Aufbereitung und Recherche massenhafter digitaler Beweismittel.

Anmerkung: Modul 6 steht in einem direkten Zusammenhang mit Modul 1. Während sich Modul 1 jedoch auf die Erarbeitung des analytischen Designs ausgehend von der Anklagetheorie konzentriert, legt Modul 6 den Schwerpunkt auf die praktisch-technische Seite des komplexen digitalen Informationsmanagements im Rahmen der Verarbeitung und Analyse massenhafter digitaler Beweise.

Ablauf, Organisation

  • Referent: Rechtsanwalt und Kriminologe Dr. Uwe Ewald
  • Dauer: 16 h
  • Termin: Wird nach erreichen der notwendigen Teilnahme (10) vereinbart, Freitag 14 bis 18 Uhr, Sonnabend 10 bis 18 Uhr, Sonntag 09 bis 13 Uhr mit anschließender Möglichkeit zu Einzelgesprächen. –>  Anmeldung unter Stichwort „Modul 6“ 
  • Ort (alternativ):
  • Teilnahmegebühr: 690 EUR (zzgl. MwSt.) – umfasst Seminargebühr, Unterlagen, Getränke, Snacks, Mittagessen)
  • Nach Erreichen der notwendigen Teilnehmeranzahl erhalten Sie weitere Informationen und die Bankinformationen für die Überweisung des Teilnahmebeitrages. –> Anmeldung
  • Mit Eingang der Teilnahmegebühr ist Ihre Anmeldung verbindlich. (Siehe Allgemeine Geschäftsbedingungen.)
  • Bei Interesse an späteren Terminen bitte Information an Voranmeldung unter dem Stichwort „Modul 6“

Anmeldung zu Module 6